Europa
Belgien verdichtet auf kleinem, dicht besiedeltem Gebiet drei verschiedene Landschaften: die Küstenebene und die flämischen Polder im Norden, die landwirtschaftliche Mittelebene und das bewaldete Massiv der Ardennen im Südosten. Die Ardennen bündeln die Waldfauna des Landes, mit Wildschweinen, Rothirschen, Rehen und Wildkatzen, und seit den Achtzigerjahren tauchen Europäischer Biber und Luchs wieder vereinzelt auf. An ihrer höchsten Stelle erstreckt sich das Hohe Venn, eine Hochfläche aus Mooren und Heiden, die mitten in Westeuropa als subarktische Insel wirkt, mit Pflanzenarten, die als Relikte der Eiszeit überdauert haben. An der Küste ist das Reservat Zwin, ein verlandeter ehemaliger Meeresarm, eine Raststation für Zugvögel zwischen Nordeuropa und Afrika. Die Buchenwälder des Landes bieten zudem eines der meistfotografierten botanischen Schauspiele des Kontinents.
Nationaltier: Der belgische Löwe, heraldisches Sinnbild des Staates
Die belgischen Wälder bringen jedes Frühjahr den sogenannten blauen Teppich hervor: Zwei oder drei Wochen lang blühen im April und Mai Millionen Hasenglöckchen zugleich unter den Buchen des Hallerbos und färben den Waldboden violett. Die Art braucht alte, wenig veränderte Wälder, weshalb die Ausdehnung dieser Teppiche als Anzeiger für die geschichtliche Beständigkeit des Baumbestands dient.
Die Zerschneidung durch Verkehrswege ist das Hauptproblem in einem der am dichtesten besiedelten Länder Europas; über Autobahnen wurden Grünbrücken gebaut, um die Waldmassive der Ardennen und der Kempen wieder zu verbinden.
Hallerbos in der zweiten Aprilhälfte für die Hasenglöckchenblüte. Ardennen im September und Oktober für die Hirschbrunft. Zwin im Frühjahr und Herbst für den Vogelzug.
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555 Arten gefunden
Auf Grundlage dessen, was wir über Belgien wissen.